Die Neuraltherapie ist ein Verfahren der Erfahrungsmedizin, das als Regulationstherapie verstanden wird. Die Behandlung erfolgt mit einem Lokalanästhetikum, meist Procain.
Procain ist ein Lokalanästhetikum, ähnlich wie dies täglich beim Zahnarzt angewendet wird. Procain wirkt gefäßerweiternd und wird im Körper innerhalb kurzer Zeit abgebaut. Wie jedes Arzneimittel kann es Nebenwirkungen haben, z. B. Kreislaufreaktionen oder – selten – allergische Reaktionen. Ob die Behandlung für Sie geeignet ist (z. B. in der Schwangerschaft), entscheiden wir nach sorgfältiger Abwägung.
Durch die Injektion von Procain sollen über dessen entspannende, entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Eigenschaften Heilungsprozesse angeregt und die Selbstregulation des vegetativen Nervensystems unterstützt werden. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht für alle Anwendungsgebiete belegt. Zur Behandlung selbst werden Injektionsspritzen mit feinen Nadeln verwendet.
Ein weiterer Einsatz der Neuraltherapie ist die Behandlung von Störfeldern. Nach dem Konzept der Neuraltherapie sind Störfelder chronisch belastende Faktoren (z. B. Narben), die selbst keine Beschwerden verursachen, aber die Regulationsmechanismen des Körpers beeinträchtigen sollen. Dieses Konzept ist wissenschaftlich nicht belegt.