Privatpraxis Funktionelle Medizin

Vitamin-C-Hochdosis-Infusion

Bei der Infusionstherapie werden wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Antioxidantien direkt über die Vene in die Blutbahn befördert.

Was ist Vitamin C und wird es aufgenommen?

Vitamin C (auch Ascorbinsäure genannt) ist ein lebensnotwendiger Wirkstoff, das mit der Nahrung zugeführt werden muss, da es vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Vitamin C ist wasserlöslich und kann deshalb zudem nicht gespeichert werden.

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sollten genügen, um über natürliche Quellen Ihren Vitamin-C-Bedarf zu decken. Wird Vitamin C mit der Nahrung verzehrt, so erfolgt die Aufnahme in den Organismus im Dünndarm aktiv mit Hilfe bestimmter Transportmoleküle, die sie dann der Blutbahn zuführen. Sind alle “Transporter” besetzt, wird das überschüssige Vitamin C mit dem Stuhl ausgeschieden.

Gute Vitamin-C-Lieferanten sind: Johannisbeeren, Petersilie, Rotkohl, Sauerkraut, Zitrone, Orange, rote Paprika, Kiwi.

Welche Wirkung hat Vitamin C in unserem Körper?

Das Vitamin C ist eines der wichtigsten Antioxidantien des Körpers. Es bindet freie Radikale an sich und wirkt so dem oxidativen Stress und damit Schäden an Zellen entgegen (Radikalfänger).

Vitamin C ist als Kofaktor auch an über 150 Stoffwechselfunktionen beteiligt. Als enzymatischer Kofaktor ist es von großer Bedeutung für die Synthese von Kollagen und Carnitin, für die Bildung von Serotonin, Dopamin und Stickstoffmonoxid sowie für die Synthese von Noradrenalin.

Vitamin C ist wichtig für das Immunsystem, um Krankheitserreger abwehren zu können (Abwehrstärkung).

Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zur normalen Kollagenbildung bei, die für die Wundheilung wichtig ist. Außerdem verbessert Vitamin C die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung (Eisenaufnahme).

Das mithilfe von Vitamin C gebildete Kollagen ist ein wichtiger Baustein von Haut, Bindegewebe, Knochen und Zähnen (Knochen und Bindegewebe).

Auch im Auge kommt Vitamin C in hoher Konzentration vor, unter anderem in der Augenlinse (Augengesundheit).

Was ist eine Hochdosis (Booster) Vitamin C Infusion?

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) schätzt 100 mg Vitamin C pro Tag als ausreichend ein.

Einige ErnährungswissenschaftlerInnen und MedizinerInnen halten diese Mengen nicht immer für ausreichend. Das liegt daran, dass die Empfehlungen sich nur auf völlig Gesunde beziehen. Bei vielen Erkrankungen steigt der Vitamin-C-Bedarf. Sie führen dann Vitamin C entweder nicht in ausreichendem Maße zu bzw. der Körper kann es nicht ausreichend aus der Nahrung aufnehmen oder sie verbrauchen zu viel - beispielsweise aufgrund einer Erkrankung.

Mit Hilfe einer Hochdosis-(Booster-)Infusion sind das beispielsweise 7.500 mg pro Infusion. Es handelt sich also um das rund 75-fache der Menge an Vitamin C, die allgemein für die tägliche Aufnahme empfohlen wird.

Wird eine Infusion mit 7,5 g Vitamin C gut toleriert, sind auch Infusionen mit 15 oder 25g möglich. In verschiedenen Studien wurden Einmalinfusionen bis 50g und mehr verabreicht.

Wann ist der Vitamin-C-Bedarf erhöht, sodass die Einnahme von Vitamin C sinnvoll ist?

Der Vitamin-C-Bedarf ist beispielsweise erhöht bei:

  • häufigen Infekten, ständigen Stress-Situationen
  • Infektionen, chronisch entzündliche Erkrankungen, z. B. Arthritis
  • Allergien, die mit vermehrtem oxidativem Stress einhergehen können
  • Rauchern
  • Leistungssportlern (körperliche Anstrengung)
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • nach Verletzungen und Operationen
  • Aufnahmestörungen im Darm
  • chronischer Müdigkeit / chronisches Fatigue-Syndrom
  • erhöhter Erschöpfbarkeit und Reizbarkeit

Trifft keines der oben aufgezählten Punkte auf Sie zu, dann genügen die klassischen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, um Ihren Körper mit Vitamin C zu versorgen und Sie benötigen keine Präparate oder Infusionen, um einem Mangel vorzubeugen.

Was sind die möglichen Folgen eines Vitamin-C-Mangels?

Eine zu geringe Zufuhr an Vitamin C kann sich negativ auf den gesamten Körper auswirken. Viele Erkrankungen, v.a. Entzündungen gehen mit einem Vitamin-C-Mangel einher.

Anfänglich äußert sich ein Vitamin-C-Mangel vor allem durch Müdigkeit, eine verminderte Leistungsfähigkeit, verlangsamte Erholung nach Krankheiten und Reizbarkeit.

Bei einem schweren Mangel verlieren die Blutgefäße an Elastizität und werden spröde, sodass es zu Blutungen kommt. Diese treten insbesondere im Bereich der Schleimhäute und der Muskulatur auf. Das Zahnfleisch kann sich entzünden und bluten. Dieses Krankheitsbild, ausgelöst durch einen massiven Vitamin-C-Mangel, wurde Skorbut genannt, was so viel wie „wunder Mund“ bedeutet. Bereits eine Menge von 15 Milligramm Vitamin C (eine Viertel Kiwi) am Tag genügt, um die Skorbut-Erkrankung zu vermeiden.

Was sind die Vorteile der Vitamin-C-Infusion gegenüber Vitamin-C-Tabletten?

Bei einem Vitamin-C-Mangel, der ernährungsmäßig nicht behoben werden kann, sind Infusionen ein möglicher Weg, um den Mangel auszugleichen.

Bestimmte Lebensumstände wie chronische Entzündungen oder Infekte erhöhen den Bedarf an Vitamin C, dem mitunter wichtigsten Radikalfänger im Blut.

Viele Menschen nehmen um das Immunsystem zu stärken Vitamin C in Form von Pulver oder Tabletten ein. Doch die Aufnahmemenge über den Dünndarm ist begrenzt. Eine zu hohe Dosis Vitamin C wird unverdaut wieder ausgeschieden, was sich meist in Form von Durchfall bemerkbar macht. Nur ein Teil des Vitamin C kommt somit wirklich im Blut an.

Zudem ist eine Aufnahme von Vitamin C nur eingeschränkt möglich, wenn die Darmschleimhäute nicht optimal funktionieren (z. B. nach Antibiotikatherapie, Stress, Allergien…).

Nur durch die direkte intravenöse (über die Vene) Darreichung (Infusion) gelangt das gesamte Vitamin C direkt in die Blutbahn und steht dem Körper direkt zur Verfügung. Nichts geht durch Aufnahmebeschränkungen im Darm verloren. Man spricht von einer 100 %igen Bioverfügbarkeit. Der Vitamin-C-Spiegel im Blut ist vorübergehend so hoch, dass auch Gewebe im Körper mit besonderem Bedarf ausreichend versorgt werden können. Hiervon profitieren u. a. Gebiete mit akuten Entzündungen, die mit einem starken Vitamin-C-Verbrauch einhergehen. Durch Nahrung und Tabletten sind solche hohen Blutspiegel nicht zu erreichen.

So können auch Menschen mit einer verminderten Resorptionsfähigkeit des Darms von einer Infusion mit hohen Dosen von Vitamin C profitieren.

Da Vitamin C kaum speicherbar ist, wird ein Überschuss relativ schnell über den Urin ausgeschieden. Die Dosis legen wir dennoch individuell fest und beachten die unten genannten Gegenanzeigen.

Bei Menschen mit einem sehr starken Mangel, der immer wieder aufs Neue entsteht, weil ihre Erkrankung mit einem sehr hohen Verbrauch an Vitamin C verbunden ist, können auch mehrere Infusionen notwendig sein.

Es liegt eine gute Verträglichkeit des Vitamin-Präparates vor, es enthält weder Stabilisatoren noch Konservierungsstoffe.

Hat Vitamin C Nebenwirkungen?

Vitamin C in Form einer Infusion wird im Allgemeinen gut vertragen – vorausgesetzt es sind wirklich keine Konservierungsstoffe o.ä. enthalten.

Bei der Infusion kann es zu leichten Reizungen an der Einstichstelle kommen. Andere Überempfindlichkeitsreaktionen (Haut, Atmung, Kreislauf) sind zwar sehr selten, aber in Einzelfällen nicht auszuschließen. Sehr selten können hohe Dosen von Ascorbinsäure Beschwerden im Verdauungstrakt hervorrufen (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Kopfschmerzen). Das tritt bei hoher oraler Zufuhr aber deutlich häufiger auf.

Eine Citrusfrucht-Allergien kann nicht als Allergie gegen Vitamin C verstanden werden. Es ist keine Allergien auf Vitamin C, sondern auf andere Inhaltsstoffe. Da Vitamin C ein lebensnotwendiger Stoff ist, wären wir nicht lebensfähig, wenn wir eine Vitamin-C-Allergie hätten.

Gibt es Kontraindikationen für eine Vitamin C Infusion?

In folgenden Fällen sind Infusionen mit hochdosiertem Vitamin C nicht zu empfehlen:

  • Neigung zur Bildung von Oxalat-Nierensteinen (Ascorbinsäure wird nämlich im Körper teilweise zu Oxalsäure abgebaut)
  • bestimmte, meist angeborene Eisenspeicherkrankheiten mit zu hohen Eisen-Spiegeln im Blut

Vitamin C bei Erschöpfung (Fatigue)

Fatigue wird beschrieben als Erschöpfung, Schwäche und Unfähigkeit, eine Aktivität über eine längere Zeit aufrechtzuerhalten. Sie kann zum Beispiel nach Infektionen oder bei Autoimmunerkrankungen auftreten.

Bei einer ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) bestehen über mindestens 3 Monate neben einer ausgeprägten Fatigue weitere Symptome wie Kopf-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen, kognitive Störungen (Probleme beim Denken, Erinnern oder Konzentrieren) und nicht erholsamer Schlaf.

Alle Beschwerden können sich schon nach leichten körperlichen oder geistigen Aktivitäten für Tage oder auch Wochen verschlimmern und zusätzlich mit grippeähnlichen Symptomen und gastrointestinalen Beschwerden und Übelkeit einhergehen. Diese Belastungsintoleranz, auch als Post-Exertional Malaise (PEM) bezeichnet, gilt als Leitsymptom des ME/CFS. Sie schränkt die Lebensqualität vieler Betroffener stark ein.

In der Literatur gibt es einzelne, überwiegend kleine Studien zur intravenösen Gabe von Vitamin C bei Erschöpfungszuständen. Die Datenlage ist bislang begrenzt und uneinheitlich; eine Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht gesichert. Die Vitamin-C-Infusion ist keine etablierte Standardtherapie des ME/CFS und ersetzt nicht dessen fachärztliche Diagnostik und Behandlung. Ob ein Behandlungsversuch – etwa bei nachgewiesenem Vitamin-C-Mangel – sinnvoll sein kann, besprechen wir mit Ihnen individuell.

Vitamin-C-Mangel und Histaminintoleranz

Unser Körper benötigt Vitamin C, um das Enzym Diaminoxidase (DAO) zu bilden. Ohne DAO kann unser Körper den Stoff Histamin nicht abbauen, was zu einer Histaminintoleranz mit Beschwerden in der Verdauung, im Herz-Kreislauf-System und auf der Haut führen kann.

Was kostet eine Sitzung mit einer Vitamin-C-Infusion?

Die Vitamin C-Infusion ist eine Wahlleistung und wird nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Selbstkosten für eine Vitamin-C-Infusion mit 7,5g beläuft sich auf 65€.

Wann sind mehrere Infusionen sinnvoll?

Bei Menschen mit einem sehr starken Mangel, der immer wieder aufs Neue entsteht, weil ihre Erkrankung mit einem sehr hohen Verbrauch an Vitamin C verbunden ist, können auch mehrere Infusionen notwendig sein.

Wie läuft die Terminvereinbarung ab in der Praxis?

Während der normalen Sprechstunde erfolgt die Beratung zur Vitamin-C-Infusion. Wenn Sie sich für eine Vitamin-C-Infusion entscheiden, erhalten Sie einen Behandlungsvertrag, den Sie unterschreiben müssen. Im Anschluß machen Sie einen oder mehrere Termine für die Vitamin-C-Infusion.

Für die Termine sollten Sie jeweils ca. 30 Minuten Zeit einplanen. Bei mehreren Terminen sollten zwischen den Infusionen im besten Fall immer ca. 7 Tage liegen.

Die Anzahl der Infusionen legen wir nach dem ärztlichen Gespräch individuell mit Ihnen fest.

Die Infusion ist unabhängig von Tageszeiten, Mahlzeiten oder Aktivitäten möglich und lässt sich also problemlos in Ihren Alltag integrieren.

Wir sind für Sie da.

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