Die Stoßwellentherapie ist ein nicht-invasives Verfahren bei Schmerzen an Sehnen, Sehnenansätzen und Muskeln – etwa bei Fersensporn, Kalkschulter oder Tennisellenbogen. Wir setzen – je nach Befund – radiale und fokussierte Stoßwellen ein.
Stoßwellentherapie auf einen Blick
Wie wirkt die Stoßwellentherapie?
Bei der Stoßwellentherapie werden energiereiche Druckwellen über die Haut in das Gewebe eingeleitet. Dort regen sie Durchblutung und Zellstoffwechsel an. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen und Muskelverspannungen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Bei Kalkablagerungen in Sehnen kann die Stoßwelle außerdem dazu beitragen, dass der Kalk vom Körper abgebaut wird.
Man unterscheidet zwei Formen:
- Radiale Stoßwelle: Die Druckwelle breitet sich flächig im Gewebe aus. Sie eignet sich besonders für oberflächennahe, größere Bereiche – etwa verspannte Muskeln und Sehnenansätze.
- Fokussierte Stoßwelle: Die Energie wird auf einen Punkt in der Tiefe gebündelt, z. B. auf eine Kalkablagerung in der Schulter oder einen tiefliegenden Sehnenansatz.
Wir bieten beide Formen an. Welche – oder welche Kombination – für Sie geeignet ist, entscheiden wir nach der Untersuchung.
Bei welchen Beschwerden wird die Stoßwellentherapie eingesetzt?
- Fersensporn, Plantarfasziitis Fersenschmerz beim Auftreten
- Kalkschulter Tendinosis calcarea
- Tennis- und Golferellenbogen Epicondylitis
- Achillessehnenbeschwerden Achillodynie, Haglundferse
- Patellaspitzensyndrom Springerknie
- Läuferknie Iliotibiales Bandsyndrom (ITBS)
- Schleimbeutelreizungen
- Muskuläre Verspannungen myofasziale Triggerpunkte, Muskelverhärtungen
- Verzögerte Knochenheilung nach Knochenbrüchen (Pseudarthrose)
- Chronische Rücken- und Nackenschmerzen muskulär bedingt
Die wissenschaftliche Datenlage ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich gut: Für Fersensporn, Kalkschulter und Tennisellenbogen ist die Wirksamkeit gut belegt, für andere Anwendungen weniger. Je früher die Behandlung beginnt, desto eher lässt sich vermeiden, dass Beschwerden chronisch werden. Ob die Stoßwelle in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir vorab in der Sprechstunde.
So läuft die Behandlung ab


- Untersuchung und Beratung: Wir untersuchen Sie, sehen uns vorhandene Befunde an und klären, ob die Stoßwellentherapie für Ihre Beschwerden infrage kommt. Bei Bedarf ergänzen wir eine Ultraschalluntersuchung.
- Aufsuchen der Schmerzpunkte: Die schmerzhaften Stellen werden gezielt ertastet und markiert.
- Behandlung: Auf die Haut wird ein Kontaktgel aufgetragen, dann wird der Stoßwellenkopf aufgesetzt. Wir behandeln nicht nur die schmerzende Stelle, sondern auch die zugehörige Muskelkette und angrenzende Regionen – viele Beschwerden entstehen im Zusammenspiel benachbarter Strukturen.
- Danach: Sie können direkt nach Hause gehen und Ihrem Alltag nachgehen. Die nächste Sitzung folgt in der Regel nach einigen Tagen bis einer Woche.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Die Stoßwellentherapie ist in der Regel gut verträglich. Während der Behandlung kann es unangenehm sein; die Intensität passen wir bei Bedarf an. Danach können vorübergehend Rötungen, Schwellungen, kleine Blutergüsse oder ein Gefühl wie Muskelkater auftreten.
Nicht durchgeführt wird die Behandlung unter anderem in der Schwangerschaft, bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente (nach Rücksprache), bei akuten Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsbereich sowie bei Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet. Bitte informieren Sie uns vorab über Ihre Medikamente und Vorerkrankungen.
Kosten
Für Selbstzahler gelten folgende Preise pro Sitzung:
| Behandlung | Preis pro Sitzung |
|---|---|
| Radiale Stoßwellentherapie | 51 € |
| Fokussierte Stoßwellentherapie | 100 € |
In der Regel werden 3 Sitzungen empfohlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Ob Ihre private Krankenversicherung die Kosten erstattet, hängt von Ihrem Tarif ab.
Häufige Fragen zur Stoßwellentherapie
Ist die Stoßwellentherapie schmerzhaft?
Die Behandlung wird meist als unangenehm, aber gut aushaltbar empfunden – vor allem an der schmerzhaften Stelle. Die Intensität kann jederzeit angepasst werden.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
In der Regel werden 3 Sitzungen empfohlen. Die genaue Anzahl hängt von Art, Ort und Dauer Ihrer Beschwerden ab.
Wie lange dauert eine Sitzung?
Eine Sitzung dauert etwa 10 bis 20 Minuten, je nach behandeltem Bereich. Wir behandeln dabei mit bis zu 6000 Impulsen die betroffene Stelle und die zugehörige Muskelkette.
Wann merke ich eine Besserung?
Manche Patientinnen und Patienten bemerken bereits nach der ersten Sitzung eine Erleichterung; häufig zeigt sich eine Wirkung erst nach mehreren Sitzungen oder einige Wochen nach Abschluss der Behandlung. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden.
Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Für Selbstzahler kostet eine Sitzung mit radialer Stoßwelle 51 €, mit fokussierter Stoßwelle 100 €. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif; abgerechnet wird nach GOÄ.
Kann ich nach der Behandlung Sport machen?
Alltagsaktivitäten sind direkt danach möglich. Auf intensive Belastung der behandelten Region sollten Sie in den ersten Tagen nach einer Sitzung möglichst verzichten. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen.
Hilft die Stoßwelle auch bei Kalkschulter?
Ja, die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) gehört zu den Anwendungsgebieten, für die die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie gut untersucht ist. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und den Abbau der Kalkablagerung anzuregen.
Was ist der Unterschied zwischen radialer und fokussierter Stoßwelle?
Die radiale Stoßwelle verteilt sich flächig und wirkt eher oberflächennah, z. B. an Muskeln und Sehnenansätzen. Die fokussierte Stoßwelle bündelt ihre Energie punktgenau in der Tiefe, etwa bei Kalkablagerungen.